Gibt es irgendwo ein Ich?

Meditation und Analyse ermöglichen uns, zwischen der Person, die ein Gefühl empfindet, und dem Gefühl selbst zu unterscheiden. (Dalai Lama)

Die Praxis der Meditation kann zu einer existentiellen Erfahrung führen, nämlich der Erfahrung einer inneren tiefen Freiheit. Möglich wird dies, wenn es uns gelingt unsere Gefühle mit Distanz wahrzunehmen. Allerdings nehmen sie uns im Alltag vollkommen in Anspruch, sie sind uns selbst nicht bewusst, so wie dem Fisch das Wasser nicht bewusst ist. Daher handeln wir in der Regel anhand der in unserem Hirn abgespeicherten Reaktionsmuster. Das ist zwar ganz praktisch im alltäglichen Leben, führt aber dazu, dass wir dann glauben keine Wahl mehr zu haben. Wir agieren dann nur noch im Autopilot Modus. Die Freiheit der Entscheidung kehrt erst wieder, wenn wir achtsam sind und uns dieser Vorgänge bewusst werden. Gefühlen sind aber eng in unserem inneren System verankert, sie sind besonders stark. Daher fällt die Unterscheidung von der Person und dem Gefühl selbst, noch schwerer als beispielsweise bei den Gedanken, sie sind einfach schneller. Umso wichtiger ist es, die Fähigkeit mittels der Meditation zu entwickeln, Gefühle und Emotionen mit Abstand wahrnehmen zu lernen.

 

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