Vor dem Stress Luft verschaffen

Lerne loslassen, das ist der Schlüssel zum Glück. (Dalai Lama)

Eine Möglichkeit den Kopf für die Meditation freizubekommen, ist die Technik des „Päckchen packen“.

Setz dich wie üblich zur Meditation in deine bevorzugte Sitzhaltung und schließe die Augen. Nimm wahr, was dir jetzt alles durch den Kopf geht. Gibt es dabei Dinge, die dich besonders beschäftigen, die du auf keinen Fall vergessen möchtest und die du nach der Meditation weiterverfolgen möchtest? Wähle davon die wichtigsten Themen aus und beginne sie sorgfältig zu verpacken. Lass dich von deiner Phantasie  bei der Auswahl der Verpackung inspirieren. Wenn alles gut verpackt ist, verstaue das Paket sicher, so, dass du es nach der Meditation wieder unversehrt zurückholen kannst. Wenn du das Gefühl hast, dass alles gut und sicher untergebracht ist, kannst du Deine Aufmerksamkeit unbeschwert auf deinen Atem richten und das Gefühl der Freiheit genießen.

Du kannst auch unabhängig von einer Meditationsvorbereitung diese Technika anwenden, wenn du zum Beispiel mal etwas Abstand zu einem Thema brauchst, kannst du es auch verpacken und für eine Zeit sicher verstauen.

 

Gewohnheiten überprüfen

Es gibt nur eine falsche Sicht der Dinge: der Glaube, meine Sicht sei die einzig richtige. (Nagarjuna)

Gewohnheiten und Rituale helfen, den Alltag zu strukturieren und Dinge nicht zu vergessen. Um wacher und aufmerksamer zu werden, sollten wir die eingefahrenen Bahnen jedoch ab und zu bewusst durchbrechen.

Durchforste deinen Alltag nach festen Gewohnheiten und überlege dir jeden Tag was du heute vielleicht anders machen möchtest. Du kannst auch andere in dieses Muster durchbrechen einbeziehen. Es geht nicht darum Abläufe zu optimieren, sondern flexibler und wacher zu werden.

Wachsende Konzentrationsfähigkeit

Lerne den Augenblick zu ergreifen! Sammle deinen Geist dort, wo du bist, mit einem für den Augenblick geschärften Bewusstsein. (Drukpa Rinpoche)

Wenn sich die Gedanken überschlagen und uns daran hindern, uns zu konzentrieren oder zur Ruhe zu kommen, hilft vielleicht eine uralte Übung um unseren Geist zu fokussieren.

Nimm eine meditative Haltung ein und nimm bewusst die Berührung zur Unterlage war. Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem und beginne jedes Einatmen zu zählen. Wenn Du bei 10 angelangt bist, beginne wieder von vorne. Das klingt einfacher als getan. Solltest du aber mit deinen Gedanken abschweifen, nimm dies wahr ohne dich dafür zu verurteilen.

Angenehm oder unangenehm?

Wirkliches Verständnis erlangen wir dadurch, dass wir mit Achtsamkeit aus unseren eigenen Erfahrungen lernen. (Marie Mannschatz)

Je achtsamer wir uns gegenüber sind, desto bewusster wird uns, dass unser Handeln davon bestimmt ist, ob wir etwas als angenehm oder unangenehm bewerten. Diese Achtsamkeit schafft die Grundlage für die Wahrnehmung des Raumes zwischen Reiz und unserer Reaktion. Damit gewinnen wir Freiheit und können so über unsere Reaktionen entscheiden.

Probiere es einmal aus, achte in einer Situation deines Alltags darauf, was du als angenehm und was du als unangenehm empfindest. Nun nimm wahr, wie du körperlich und/oder emotional auf die Situation reagierst. Notiere deine Beobachtungen und schaue nach, ob du Muster findest. Nimm nur neugierig wahr, was ist.

Achtsam den Tag beginnen

Wenn Du glaubst keine Zeit für Achtsamkeitsübungen zu haben, dann mach doch einfach eine tägliche Tätigkeit zu Deiner Praxis. Wie wäre es achtsam zu Duschen, Zähneputzen oder eine Mahlzeit achtsam einzunehmen.

Dies ist eine hervorragende, zeitsparende Möglichkeit, ein kleines Achtsamkeitsritual im Alltag zu etablieren und die körperliche mit der seelischen Reinigung zu verbinden.

Das Gasthaus

Zitat

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus.
Jeden Morgen ein neuer Gast.

Freude, Depression und Niedertracht –
auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit
kommt als unverhoffter Besucher.

Begrüße und bewirte sie alle!
Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist,
die gewaltsam Dein Haus
seiner Möbel entledigt,

selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll.
Vielleicht reinigt er Dich ja
für neue Wonnen.

Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit –
begegne ihnen lachend an der Tür
und lade sie zu Dir ein.

Sei dankbar für jeden, der kommt,
denn alle sind zu Deiner Führung
geschickt worden aus einer anderen Welt.

(RUMI)

Eine Gewohnheit etablieren und eine aufgeben

Der Schritt von der Gewohnheit des Nicht-Praktizieren, zu der neuen Gewohnheit dem Praktizieren ist mit Hindernissen gepflastert, die uns aber Wachstum ermöglichen. Nachfolgend ein paar inspirierende Worte zu dem Thema Gewohnheit:

  • In der Gewohnheit ruht das einzige Behagen des Menschen. (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Die Gewohnheit ist die zweite Natur. (Marcus Tullius Cicero)

 

Daher ist es herausfordernd Gewohnheiten aufzugeben. Aber folgende Zitate geben uns Mut und Anstoß mit neuen Gewohnheiten zu beginnen:

  • Ich sehe das Bessere und billige es, dem Schlechteren gehe ich nach. (Ovid)
  • Gewohnheit ohne Wahrheit ist nur ein alter Irrtum. (Cyprian von Karthago)

 

Man muss also die Praxis des Bodyscans nicht lieben, man muss es einfach tun. Ganz nach Gaius Caecilius Secundus Plinius der Jüngere, „die Gewohnheit ist die mächtigste Lehrmeisterin aller Dinge.“